z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Deuteronomium. Das fünfte Buch der Tora

Kapitel 15

1Ihr sollt alle sieben Jahre einen Schuldenerlass durchführen. 2Mit diesem Schuldenerlass hat es folgende °Bewandtnis: Jede Person, die ein Darlehen ausstehen hat, erlässt, was sie ihren Nächsten geliehen hat. Das heißt: Sie tritt nicht an ihre Nächsten heran, auch nicht an ihre Geschwister, denn es ist ein Schuldenerlass im Sinne Adonajs ausgerufen worden. 3An eine Ausländerin oder einen Ausländer darfst du herantreten, aber was du bei deinem Bruder oder deiner Schwester ausstehen hast, lasse deine Hand los. 4Es darf keine °Armut unter euch geben! Ja, Adonaj wird dich reichlich segnen in dem Land, das Adonaj, deine Gottheit, dir als Erbe gibt, um es in Besitz zu nehmen. 5Höre nur genau auf die Stimme Adonajs, deiner Gottheit: Achte auf jedes dieser °Gebote, die ich dir heute gebiete, und richte dich danach! 6Ja, Adonaj, deine Gottheit, segnet dich, wie sie es dir zugesagt hat. Du wirst vielen °Völkern leihen können, selbst aber nichts borgen müssen. Du wirst über viele Völker Macht haben, sie aber werden keine Macht über dich haben.
7Wenn in einer deiner Städte in deinem Land, das Adonaj, deine Gottheit, dir gibt, jemand von deinen Brüdern und Schwestern °verarmt, sei nicht hartherzig! Verschließe deine Hand nicht gegenüber deinen in Bedrängnis geratenen Geschwistern. 8Im Gegenteil: Öffne großzügig deine Hand zu ihren Gunsten, borge reichlich, so viel wie ihnen fehlt. 9Hüte dich davor, dass dir ein gemeiner Gedanke in den °Sinn kommt: Es nähert sich das siebte Jahr, und damit das Jahr des Schuldenerlasses. Und so blickt dein Auge berechnend auf deine in Not geratenen Geschwister und du gibst ihnen nicht. Sie werden Adonaj gegen dich anrufen, dann liegt die °Verfehlung bei dir. 10Gib ihnen reichlich und sei nicht berechnend, wenn du ihnen gibst. Ja, das wird der Grund sein, warum Adonaj, deine Gottheit, alle deine Unternehmungen segnen wird, wonach auch immer du deine Hand ausstreckst. 11Schließlich wird die Armut nicht aus der Mitte des Landes verschwinden. Darum gebiete ich dir: Öffne deine Hand weit für deine Geschwister, für die °Armen und °Besitzlosen bei dir in deinem Land.
12Es mag geschehen, dass dein Bruder oder deine Schwester – mit anderen Worten, ein Hebräer oder eine Hebräerin – sich dir als Sklave oder Sklavin verkaufen muss. Wenn diese Person dir sechs Jahre lang °gedient hat, dann lass sie im siebten Jahr frei von dir gehen. 13Schicke sie bei der Freilassung nicht mit leeren Händen fort: 14Gib ihr reichlich von deinen Schafen und Ziegen mit, von deiner Tenne und deiner Kelter, womit Adonaj, deine Gottheit, dich gesegnet hat: gib es ihr. 15Denk daran, dass du in Ägypten °versklavt warst und Adonaj, deine Gottheit, dich freigekauft hat. Darum gebiete ich dir °all dies heute. 16Es mag geschehen, dass dein Sklave zu dir sagt: ›Ich will nicht von dir weg!‹, weil er dich und die zu dir gehören liebt und es ihm gut bei dir geht, 17dann nimm einen Stecher und durchsteche sein Ohrläppchen damit am Türpfosten. Er soll dann °für immer für dich arbeiten. Mit deiner Sklavin verfahre ebenso. 18Lass es dir nicht schwer fallen, ihn oder sie freizulassen! Schließlich hat sie oder er sechs Jahre lang das Doppelte eines Tagelöhners für dich erarbeitet. Adonaj, deine Gottheit, wird dich in allem segnen, was du tust.
19Jede männliche Erstgeburt deiner Rinder und deiner Schafe und Ziegen sollst du für Adonaj, deine Gottheit, aussondern. Verrichte keine Arbeit mit der Erstgeburt deiner Rinder und schere nicht die Erstgeburt deiner Schafe und Ziegen. 20Das erstgeborene Tier sollen du und alle, die zu dir gehören, vor Adonaj, deiner Gottheit, essen: Jahr um Jahr, an dem Ort, den Adonaj auswählen wird. 21Wenn es ein Gebrechen hat, sei es, dass es hinkt oder blind ist, oder sonst einen Makel aufweist, dann opfere es nicht Adonaj, deiner Gottheit. 22In deiner Stadt kannst du es wie ein Reh oder einen Hirsch verzehren, unabhängig davon, ob es °unrein oder °rein ist. 23Iss nur sein Blut nicht, sondern gieße es wie Wasser auf die Erde.