z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit Samuels: Zweites Buch

Kapitel 3

14Dann schickte David Boten an Isch-Boschet, den Sohn Sauls, mit den Worten: »Gib mir meine Frau Michal, die ich mir um 100 Philistervorhäute erworben habe!« 15Da schickte Isch-Boschet hin und ließ sie ihrem Mann wegnehmen, dem Paltiël ben-Lajisch. 16Und ihr Mann ging mit ihr, ging immerzu weinend hinter ihr her, bis Bahurim. Dann sagte Abner zu ihm: »Auf, kehr um!« Und er kehrte um. 17Es war aber folgende Botschaft Abners an die Ältesten Israels gegangen: »Ihr wollt doch schon länger David als König über euch haben. 18Nun handelt! Denn der Heilige hat zu David gesagt: Durch die Hand Davids, meines Getreuen, rette ich mein Volk Israel aus der Hand des Philistervolkes und aus der Hand aller seiner Feinde.« 19Dies trug Abner einerseits in Benjamin vor, dann ging Abner hin, um andrerseits David in Hebron alles vorzutragen, was Israel und das ganze Haus Benjamin für gut erachteten. 20So kam Abner zu David nach Hebron, und mit ihm waren 20 Leute. David veranstaltete für Abner und die Leute, die bei ihm waren, ein Festgelage. 21Da sagte Abner zu David: »Ich will mich aufmachen, hingehen und ganz Israel um meinen Herrn, den König, versammeln. Sie sollen mit dir ein °Bündnis schließen, und du sollst König sein über alles, wonach °du Verlangen hast.« Dann entließ David Abner, und er ging unbehelligt davon. 22Doch schon kamen Davids Soldaten mit Joab von einem Streifzug und brachten eine große Beute mit. Abner aber war nicht mehr bei David in Hebron, denn er hatte ihn ja entlassen, und er war °unbehelligt gegangen. 23Dann kam Joab und die ganze Truppe, die bei ihm war. Und Joab wurde mitgeteilt: »Abner ben-Ner ist zum König gekommen, der hat ihn wieder entlassen, und er ist unbehelligt davongegangen.« 24Da ging Joab zum König und sagte: »Was hast du getan? Nun ist also Abner zu dir gekommen! Warum nur hast du ihn wieder entlassen, so dass er einfach so fortgehen konnte? 25Du kennst doch Abner ben-Ner! Dich zu täuschen ist er gekommen, um dein Tun und Lassen zu erkunden, um überhaupt alles zu erkunden, was du tust.« 26Als Joab von David wegging, schickte er °Boten hinter Abner her, die brachten ihn von Bor-Sira zurück. David aber wusste nichts davon. 27So kam Abner nach Hebron zurück. Joab führte ihn beiseite ins Innere des Stadttores, als wolle er ungestört mit ihm reden. Dort schlug er ihn in den Unterleib, so dass er starb, wegen der Blutschuld an seinem Bruder Asaël. 28Als David das hinterher hörte, sagte er: »Ich und mein Königtum, wir sind für °immer unschuldig vor dem Heiligen an der Bluttat an Abner ben-Ner. 29Sie soll auf Joabs Kopf und auf seine ganze Familie zurückfallen. In Joabs Familie soll es nie an Geschlechtskranken oder Aussätzigen fehlen, an solchen, die an Krücken gehen oder durchs Schwert fallen oder an Brot Mangel haben! 30Joab und sein Bruder Abischai haben Abner dafür umgebracht, dass er ihren Bruder Asaël in Gibeon im Kampf getötet hat.« 31Dann sagte David zu Joab und zu allen Leuten, die bei ihm waren: »Zerreißt eure Kleider, bindet die Trauerlumpen um und haltet die Totenklage wegen Abner!« Und König David ging selbst hinter der Bahre her. 32So begruben sie Abner in Hebron. Und der König erhob seine Stimme und weinte am Grab Abners, und es weinten alle Leute. 33Der König stimmte das Totenlied über Abner an und sprach: »Musste, wie ein Tor stirbt, auch Abner sterben? 34Deine Hände waren nicht gebunden, deine Füße nicht in Ketten gelegt. Wie einer, der durch menschliche Bosheit fällt, bist du gefallen.«
Und das ganze °Volk weinte weiter über ihn. 35Dann kam das ganze Volk, um David mit Brot zu stärken, während es noch Tag war. Und David schwor: »Gott soll mir dies antun und noch mehr, wenn ich, bevor die Sonne untergeht, Brot oder irgendetwas anderes zu mir nehme!« 36Alle °Leute nahmen das zur Kenntnis, und es gefiel ihnen gut. Wie alles, was der König tat, gefiel es allen Leuten. 37Und das ganze Volk und ganz Israel erkannten an diesem Tag, dass es nicht vom König ausgegangen war, Abner ben-Ner zu töten. 38Dann sagte der König zu seinen °Getreuen: »Ihr wisst ja, dass an diesem Tag ein Fürst und Großer in Israel gefallen ist.