z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Makkabäerinnen und Makkabäer: Zweites Buch

Kapitel 15

14Onias aber habe antwortend gesprochen: »Dieser Freund der Brüder und Schwestern, der oft betete für das °Volk und die heilige Stadt, ist Jeremia, der Prophet Gottes.« 15Jeremia habe die Rechte vorgestreckt und Judas ein goldenes Schwert überreicht und dabei Folgendes gesagt: 16»Nimm das heilige Schwert, mit dem du Feindinnen und Feinde zerschmettern wirst, als Geschenk von Gott!«
17Sie waren ermutigt durch die Worte des Judas, die sehr schön waren und die Kraft besaßen, zur Tapferkeit anzuspornen und die Herzen der jungen Leute noch zu bestärken zu einer männlich wirkenden Haltung. Man beschloss, nicht zu lagern, sondern mutig auszurücken und sich mit aller Kampfeskraft in die Schlacht zu stürzen, um die Sache zur Entscheidung zu bringen, denn die Stadt, das Heilige und der Tempel waren in Gefahr. 18Ihre Angst um die Frauen und Kinder, Brüder, Schwestern und Verwandten war nämlich nicht so groß, sehr groß hingegen und vordringlich war die Angst um den geheiligten Tempel. 19Aber auch die in der Stadt zurückgebliebenen Frauen, Männer und Kinder erfasste schwere Sorge, sie waren beunruhigt über den Angriff auf offenem Felde.
20Alle waren also schon in Erwartung der bevorstehenden Entscheidungsschlacht, die feindlichen Truppen waren zusammengestellt, ihr Heer in Schlachtordnung aufgestellt, die Tiere auf günstigen Posten und die Reiterei auf die Flügel verteilt. 21Judas sah die angerückten Massen, die vielfältige Waffenrüstung und die Wildheit der Tiere. Da streckte er die Hände gen Himmel und rief zur °göttlichen Macht, die Wunder vollbringt, denn er wusste, dass die Entscheidung nicht durch Waffen fallen würde, denn sie gewähre, wenn entschieden werde, den Sieg nach Würdigkeit.
22Er rief sie also auf folgende Weise an: »Du, wahre Herrscherin, du sandtest deinen Engel zur Zeit des Hiskija, des Königs Judäas, und er tötete an die 185.000 Menschen aus dem Lager des Sanherib. 23So sende auch jetzt, du Gebieterin der Himmel, deinen guten Engel vor uns, um Furcht und Schrecken zu erregen! 24Vor der Stärke deines Armes sollen die entsetzen, die lästernd gegen dein °heiliges °Volk ziehen.« Dieser sprach so.
25Die auf der Seite des Nikanor stürmten mit Trompeten und Siegesliedern heran. 26Die auf der Seite des Judas stießen mit den Feinden unter Rufen zu Gott und Gebeten zusammen. 27Mit ihren Händen kämpften sie, mit ihren Herzen aber beteten sie zu °Gott und streckten dabei nicht weniger als 35.000 Menschen nieder, hoch erfreut über die Erscheinung Gottes.
28Als sie die Aufgabe geschafft hatten und sich mit Freuden aufmachten, entdeckten sie Nikanor tot in seiner Rüstung. 29Geschrei und Unruhe kam auf, und sie lobten den Regenten in ihrer Muttersprache. 30Und Judas, der mit ganzem Leibe und ganzer Seele der erste Kämpfer für die Gemeinschaft war, der sich die integre Einstellung seiner Jugend bewahrt hatte, befahl, den Kopf des Nikanor und seinen Arm mit der Schulter abzuschneiden und nach Jerusalem mitzunehmen. 31Dort angekommen, rief er die anderen Jüdinnen und Juden zusammen, stellte die Priester vor den Opferaltar und schickte auch nach denen aus der Burg. 32Er zeigte das Haupt des befleckten Nikanor öffentlich und die Hand des Frevlers, die er mit seiner Selbstüberschätzung gegen das heilige Haus der göttlichen Allmacht erhoben hatte. 33Auch die Zunge des gottlosen Nikanor ließ er abschneiden und hieß sie stückweise den Vögeln zu geben und den Lohn seiner Unvernunft gegenüber dem Tempel aufzuhängen. 34Alle richteten Lobgebete zum Himmel für die sich offenbarende göttliche Allmacht: »Gelobt sei sie, die ihre Stätte, den Tempel, unbefleckt bewahrt hat!« 35Nikanors abgetrennten Kopf ließ Judas für alle sichtbar außen an der Burg befestigen als eindeutiges Zeichen für die Hilfe der göttlichen Macht. 36Alle setzten in einem gemeinsamen Beschluss fest, diesen Tag keinesfalls ohne Gedenken zu lassen, sondern den 13. Tag des zwölften Monats, der in syrischer Sprache »Adar« heißt, als Gedenktag zu begehen, einen Tag vor dem Mordechai-Tag(668).
37So(669) waren also die Begebenheiten um Nikanor. Von jener Zeit an wurde die Stadt von den hebräischen Menschen selbst beherrscht, und auch ich werde diesen Bericht damit beenden. 38Wenn die Darstellung angemessen und gut aufgebaut ist, dann ist gelungen, was ich wollte. Wenn sie schlicht und mittelmäßig ist, so war mir mehr nicht möglich.