z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Königinnen und Könige: Zweites Buch

Kapitel 5

1Naaman war der Kommandeur des Heeres am Königshof von Aram. Er war ein großer und bedeutender Mann vor seinem Herrn und hoch angesehen, denn durch ihn hatte die Ewige Aram zum Sieg verholfen. Doch der Mann, ein tapferer Kriegsheld, litt unter starkem Hautausschlag. 2In früheren Jahren hatte Aram Raubzüge unternommen. Dabei hatten sie ein kleines Mädchen aus dem Land Israel als Kriegsgefangene mitgenommen. Sie war nun im Dienst der Frau Naamans. 3Sie sprach zu ihrer Besitzerin: »Ach, wäre mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria – dann würde er ihn von seinem Hautausschlag befreien!« 4Er ging und berichtete es seinem Herrn:(204) »Dies und jenes hat das Mädchen aus dem Land Israel gesagt!«
5Da sprach der König von Aram: »Geh nur! Ich will außerdem einen Brief an den König von Israel senden!« Also ging er und nahm zehn Talente Silber, 6.000 Goldstücke und zehn Kleidungsstücke zum Wechseln mit. 6Und er brachte den Brief zum König von Israel mit folgender Aufforderung: »Und jetzt: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, dann habe ich Naaman, meinen °Getreuen, zu dir gesandt, und du sollst ihn von seinem Hautausschlag befreien!« 7Als nun der König von Israel diesen Brief las, da zerriss er seine Kleider und sprach: »Bin ich etwa die °Gottheit, die töten und lebendig machen kann? Da schickt einer doch zu mir, um jemanden vom Hautausschlag zu befreien! Ja, nun erkennt und seht ihr, dass dieser nur etwas als Vorwand gegen mich sucht!« 8Als aber Elischa, der Gottesmann, hörte, dass der König von Israel seine Kleider zerrissen hatte, schickte er zum König und ließ ihm ausrichten: »Warum hast du deine Kleider zerrissen? Er soll zu mir kommen, damit er erkennt, dass es in Israel einen Propheten gibt!«
9Da kam Naaman mit seinen Pferden und seinem Wagen und blieb vor Elischas Haustür stehen. 10Elischa schickte einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: »Geh und wasch dich siebenmal im Jordan, dann wird deine Haut heil °zurückkehren und du wirst °rein sein!« 11Da wurde Naaman sehr wütend, ging weg und sagte: »Ich habe mir gedacht: Er wird auf jeden Fall zu mir herauskommen, stehen bleiben und den Namen der Ewigen, seiner °Gottheit, anrufen, seine Hand über der Stelle hin- und herbewegen und mich dann vom Hautausschlag befreien. 12Sind nicht Abana und Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Wasser Israels? Kann ich mich etwa nicht in ihnen waschen und rein werden?« So wandte er sich um und ging im Zorn weg. 13Seine °Dienstleute traten jedoch an ihn heran und redeten mit ihm. Sie sagten: »Mein Vater, angenommen der Prophet hätte von dir etwas Großes verlangt – hättest du es nicht getan? Um wie viel mehr nun, da er zu dir lediglich gesagt hat: ›Wasch dich und du wirst rein!‹« 14Daraufhin stieg er hinab und tauchte im Jordan siebenmal unter, gemäß dem Wort des Gottesmannes. Und seine Haut °kehrte heil zurück wie die Haut eines kleinen Jungen, und er war rein.
15Da °kehrte er mit seinem ganzen Gefolge zum Gottesmann zurück. Er ging hinein, stand vor ihm und sprach: »Ja! Ich habe nun erkannt, dass es keine °Gottheit auf der ganzen Erde außer in Israel gibt! Und jetzt, nimm doch ein Segensgeschenk von deinem °Getreuen an!« 16Daraufhin sagte Elischa: »Bei der Ewigen, vor der ich stehe – ich nehme nichts an!« Er aber bedrängte ihn, etwas anzunehmen, doch Elischa weigerte sich. 17Da sagte Naaman: »Wenn nicht, dann möge doch deinem °Getreuen Erde gegeben werden, und zwar so viel, wie ein Maultiergespann tragen kann! Denn dein Getreuer will keine °Brand- oder °Schlachtopfer anderen Gottheiten mehr darbringen, sondern nur noch der Ewigen! 18Nur diese eine Sache möge die Ewige deinem Getreuen verzeihen: Wenn mein Herr in das Haus Rimmons geht, um sich dort niederzuwerfen, werde auch ich, die rechte Hand des Königs, mich im Haus Rimmons niederwerfen. Wenn ich mich also im Haus Rimmons niederwerfe, dann möge doch die Ewige deinem Getreuen diese Sache verzeihen!« 19Da sagte er zu ihm: »Geh nur und °leb wohl!«
Als nun Naaman eine Wegstrecke von ihm weggegangen war, 20sagte Gehasi, der Begleiter des Gottesmannes, zu sich: »Sieh – da hat doch nun mein Herr diesen Aramäer Naaman geschont, statt etwas aus seiner Hand von dem anzunehmen, was er mitgebracht hat. Bei der Ewigen, ich will hinter ihm herlaufen und von ihm etwas annehmen!« 21Daher jagte Gehasi hinter Naaman her. Als Naaman sah, dass er ihm nachlief, sprang er vom Wagen zu ihm herab und fragte: »°Wie steht es um dein Wohl?« 22Daraufhin sprach er: »Gut steht's um mein Wohl. Mein Herr schickt mich und lässt dir ausrichten: Siehe, da sind gerade diese zwei jungen Männer vom Berg Efraim aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler der Prophetie zu mir gekommen. Gib ihnen doch ein Talent Silber und zwei Kleidungsstücke zum Wechseln!« 23Da sagte Naaman: »Ich bitte dich: Nimm zwei Talente Silber!« Und er bedrängte ihn, verschnürte zwei Talente Silber in zwei Beuteln und zwei Kleidungsstücke zum Wechseln. Außerdem gab er ihm zwei seiner Dienstleute mit, die es vor ihm hertrugen. 24Als Gehasi nun bei der Anhöhe ankam, nahm er es aus ihren Händen und verstaute alles im Haus. Daraufhin schickte er die beiden zurück und sie gingen. 25Nun ging er hinein und trat vor seinen Herrn. Elischa sprach zu ihm: »Wo kommst du her, Gehasi?« Dieser sagte: »Dein °Getreuer ist weder hierhin noch dorthin gegangen!«