z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Ezechiel

Kapitel 16

26Du hurtest mit den Ägyptern herum, deinen °superpotenten Nachbarn. Immer weiter triebst du deine Hurereien, um mich zu kränken. 27Da habe ich meine Hand gegen dich erhoben und dir entzogen, was für dich bestimmt war. Ich habe dich der Begierde derer ausgeliefert, die dich hassten, den Philisterinnen, die sich durch deine Unverschämtheit gedemütigt fühlten. 28Auch mit den Assyrern hurtest du herum, weil du unersättlich warst. Du hurtest, triebst es mit ihnen und hattest noch nicht genug. 29Nein, auch mit dem Land der Geschäfte, mit Chaldäa, hast du dich eingelassen, herumgehurt – und wurdest auch davon nicht satt. 30Wie schmachtete dein °Herz – Ausspruch der Lebendigen, mächtig über allen –, als du all das getan hast, Taten einer autonomen, hurerischen Frau, 31als du an jeder Straßenecke deinen Sockel erbaut, jeden freien Platz zu deiner Bühne gemacht hast. Doch wie eine Hure warst du eigentlich nicht, denn Bezahlung hast du verspottet. 32Die Ehebrecherin nimmt ja – obwohl sie ihrem Mann untersteht – fremde Männer, 33die den Huren Bezahlung geben. Du aber gabst selbst Bezahlung an alle deine Liebhaber und beschenktest sie, damit sie von allen Seiten zu dir kamen, zu deinen hurerischen Exzessen. 34Du hast das Gegenteil von anderen Frauen getan, indem du herumhurtest, obwohl niemand hinter dir her war, dir nachhurte, und indem du Bezahlung gabst, und dir keine Bezahlung gegeben wurde. So warst du das genaue Gegenteil! 35Deshalb, du hurerisches Weib, höre das Wort der Lebendigen!
36So spricht die Lebendige, mächtig über allen: Weil du sexuell erregt warst, man sich an deiner Nacktheit vergriffen hat bei deinem hurerischen Treiben mit all deinen Liebhabern und deinen abscheulichen Truggöttern, und wegen der Blutschuld an deinen Kindern, die du ihnen weihtest, 37deshalb – sieh nur hin! – ich bin dabei, alle deine Liebhaber zusammenzuholen, die dich süß fanden, und alle, die du liebtest, samt allen, die du hasstest. Von allen Seiten werde ich sie gegen dich zusammenholen und mich vor ihnen an deiner Nacktheit vergreifen, so dass sie dich vollkommen nackt sehen. 38Nach den °Gesetzen für Ehebruch und Mord werde ich dir den Prozess machen und dich Blutvergießen, glühendem Zorn und Eifersucht aussetzen. 39Ich werde dich in ihre Hand geben. Sie werden deinen Sockel einreißen und deine Bühnen zerstören. Deine Kleider werden sie dir ausziehen, deine Schmuckstücke wegnehmen und dich nackt und unbekleidet liegen lassen. 40Sie werden gegen dich eine Armee aufbieten. Steinigen werden sie dich und dich mit ihren Schwertern niedermetzeln. 41Sie werden deine Häuser mit Feuer verbrennen und an dir das °Gericht vollziehen vor den Augen vieler Frauen. Ich werde deinem hurerischen Treiben ein Ende machen, niemandem wirst du mehr Bezahlung geben. 42Meinen glühenden Zorn werde ich an dir auslassen – erst dann wird meine Eifersucht sich legen, werde ich zur Ruhe kommen und nicht länger zornig sein. 43Weil du dich nicht an deine Jugendzeit erinnert und mich rasend gemacht hast durch all diese Dinge, werde ich selbst dich deine Lebensweise spüren lassen – Ausspruch der Lebendigen, °mächtig über allen –, und du wirst deinem unverschämten Treiben mitsamt deinen abscheulichen Taten nicht länger nachgehen.
44Sieh hin! Jeder Sprüchemacher verspottet dich: »Wie die Mutter, so die Tochter!« 45Tochter deiner Mutter bist du, die Mann und Kinder wegstieß, und Schwester deiner Schwestern, die ihre Männer und ihre Kinder vernachlässigten. Eure Mutter war Hetiterin und euer Vater Amoriter. 46Deine große Schwester – Samaria ist es mitsamt ihren Töchtern, die zu deiner Linken wohnt. Deine kleinere Schwester, die zu deiner Rechten wohnt – Sodom ist es mitsamt ihren Töchterstädten. 47Nicht auf ihren Spuren bliebst du, nicht ihre abscheulichen Taten ahmtest du nach, nein, im Handumdrehen war deine Lebensweise schlimmer als die ihre. 48So wahr ich lebe – Ausspruch der Lebendigen, mächtig über allen –, Sodom, deine Schwester, mitsamt ihren Töchterstädten hat nicht gehandelt, wie du gehandelt hast mitsamt deinen Töchterstädten! 49Sieh hin! Dies war die Schuld Sodoms, deiner Schwester: Überheblichkeit. Überfluss an Brot und ruhige Sicherheit hatte sie mitsamt ihren Töchterstädten, aber °Elenden und °Armen reichte sie nicht die Hand. 50Überheblich waren sie, Abscheuliches taten sie vor meinem Angesicht. Und ich entfernte sie, als ich es sah.