z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 5

1Durchstreift die Gassen der Stadt Jerusalem, schaut, forscht und sucht doch auf ihren Plätzen, ob ihr einen Menschen findet, ob es jemanden gibt, der °Recht übt oder die auf °Zuverlässigkeit bedacht ist. Dann will ich der Stadt verzeihen.
2Wenn sie auch sagen: So wahr Gott lebt, so schwören sie doch einen Meineid. 3Gott, sind deine Augen nicht auf °Treue gerichtet? Du hast sie geschlagen, aber sie empfanden keinen Schmerz, du hast sie dem Ende nahe gebracht, aber sie weigerten sich, die Zurechtweisung anzunehmen. Sie machten ihre Gesichter härter als Stein und weigerten sich °umzukehren. 4Ich aber dachte: Nur die kleinen Leute, nur sie handeln töricht, denn sie kennen Gottes Weg, das °Recht ihrer Gottheit nicht. 5Ich will einmal zu den Großen gehen und zu ihnen sprechen, denn die kennen den Weg Gottes, das Recht ihrer Gottheit. Doch auch sie haben das Joch zerbrochen und die Stricke zerrissen.
6Deshalb schlägt sie der Löwe aus dem Dickicht, wird sie der Steppenwolf vernichten. Der Panther lauert vor ihren Städten, alle, die da herauskommen, werden zerrissen. Denn zahlreich sind ihre Verfehlungen und schwerwiegend ist ihre Abkehr.
7Wie sollte ich dir da verzeihen, Stadt? Deine Söhne haben mich verlassen und bei Nichtgöttern geschworen.
Obwohl ich sie sättigte, haben sie Ehebruch begangen und sich im Dirnenhaus aufgehalten. 8Stutengeile Hengste sind sie, einer wiehert nach der Frau des anderen.
9Soll ich solche nicht zur Verantwortung ziehen – so Gottes Spruch – oder an einem derartigen °Volk keine °ausgleichende Gerechtigkeit üben?
10Ersteigt die Mauern des Weinberges, zerstört! – Ein völliges Ende macht aber nicht! – Entfernt seine rankenden Triebe, denn sie gehören nicht Gott.
11Ach ja, das Haus Israel und das Haus Juda sind mir völlig untreu geworden – so Gottes Spruch. 12Sie haben Gott verleugnet und gesagt: Gott ist nicht so: Kein schlimmes Unglück wird uns treffen. Weder das Schwert wird über uns kommen noch der Hunger uns plagen.
13Die prophetisch Begabten werden zu °Wind, und es gibt bei ihnen kein Gotteswort mehr; so wird es ihnen ergehen. 14Darum sagt Gott, Gottheit der Gewalten: Weil ihr dieses °Wort gesprochen habt, – merkt euch – darum mache ich meine °Worte in deinem Mund zu Feuer und dieses Volk zu Brennholz, das davon verzehrt wird.
15Gebt Acht, ich bringe ein °Volk aus der Ferne über euch, Haus Israel – so Gottes Spruch. – Es ist ein mächtiges Volk, ein uraltes Volk, ein Volk, dessen Sprache du nicht kennst und dessen Rede du nicht verstehst. 16Sein Köcher ist wie ein offenes Grab, alle sind ausgezeichnet im Kampf. 17Es frisst deine Ernte und dein Brot, es frisst deine Söhne und deine Töchter, es frisst deine Schafe und deine Rinder, es frisst deinen Weinstock und deinen Feigenbaum, mit dem Schwert zerstört es deine befestigten Städte, auf die du vertraust.
18Doch auch in jener Zeit – so Gottes Spruch – werde ich euch nicht völlig ein Ende machen. 19Und wenn ihr dann fragt: Warum hat uns Gott, unsere °Gottheit, dies alles angetan? Dann sollst du zu ihnen sagen: So wie ihr mich verlassen habt und ausländischen °Gottheiten in eurem eigenen Land gedient habt, so sollt ihr Fremden dienen in einem Land, das euch nicht gehört.
20Meldet dies im Haus Jakob, lasst es hören in Juda: 21Hör dies, du dummes °Volk ohne °Verstand, mit Augen, die nichts sehen, mit Ohren, die nichts hören: 22Mich wollt ihr nicht °fürchten, – so Gottes Spruch – vor mir nicht zittern am ganzen Körper? Habe ich doch dem Meer die Düne als Grenze gesetzt, als °beständige, nicht überspülbare Schranke. Wenn es auch tobt, es vermag nichts auszurichten. Wenn seine Wogen auch tosen, überschreiten sie doch die Schranke nicht. 23Dieses Volk aber hat ein störrisches und widerspenstiges °Herz. Sie wandten sich ab, gingen weg 24und sagten sich nicht: Lasst uns Gott °fürchten, die Gottheit, die uns Regen spendet, Früh- und Spätregen zu seiner Zeit und uns feste Erntewochen sichert. 25Eure °Verfehlungen haben diese Ordnung verbogen und eure °Vergehen haben euch das Gute entzogen.