z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 20

9Dachte ich aber: Ich will nicht mehr an Gott denken und nicht mehr im Namen Gottes reden, dann brannte es in meinem °Herzen wie Feuer, es erfüllte mein Inneres ganz. Ich versuchte, dies auszuhalten, ich vermochte es aber nicht. 10Ach, ich hörte das Gerede von Vielen: Grauen ringsum! Verklagt ihn! Wir wollen ihn verklagen! Selbst alle Menschen, die in °Frieden mit mir verbunden sind, warten gespannt auf meinen Sturz. Vielleicht lässt er sich verführen, dann können wir ihn überwältigen und uns an ihm °rächen. 11Aber Gott steht mir wie ein starker, kraftvoller Mann bei. Deshalb werden die, die mich verfolgen, straucheln und nichts erreichen. Gedemütigt werden sie zutiefst, denn sie bleiben ohne Erfolg – eine immerwährende und unvergessliche Schmach. 12Gott der Gewalten prüft die °Gerechten, schaut °Herz und Nieren an. So werde ich deine °ausgleichende Gerechtigkeit an ihnen erleben, denn dir habe ich meine Sache anvertraut. 13Singt Gott, preist Gott! Denn Gott hat das Leben eines °armen Menschen aus der Hand derer gerettet, die Böses tun.
14Der Tag, an dem ich geboren wurde, der Tag, an dem meine Mutter mich zur Welt brachte, sei verflucht und nicht gesegnet. 15Verflucht sei die Person, die meinem Vater die frohe Kunde brachte: Ein Kind, ein Sohn ist dir geboren! und die ihn damit hoch erfreute. 16Dieser Person müsste es ergehen wie den Städten, die Gott zerstörte, ohne es zu bereuen. Klagegeschrei am Morgen und Kriegslärm zur Mittagszeit müsste sie hören, 17weil sie mich im Mutterleib nicht getötet hat. Dann wäre mir meine Mutter zum Grab geworden, auf immer schwanger geblieben wäre ihr Mutterschoß. 18Warum nur kam ich heraus aus dem Mutterschoß? Nur um dann Mühsal und Kummer zu sehen und in Schmach meine Tage zu beenden.