z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Königinnen und Könige: Zweites Buch

Kapitel 4

1Eine der Frauen aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler der Prophetie schrie zu Elischa: »Dein °Schüler, mein Mann, ist gestorben, und du weißt sehr wohl, dass dein Schüler die Ewige stets °verehrt hat. Nun aber ist der Gläubiger gekommen, um meine zwei Kinder als °Sklaven mitzunehmen!« 2Da sagte Elischa zu ihr: »Was soll ich für dich tun? Sag mir, was hast du im Haus?« Sie sagte: »Deiner Anhängerin gehört nichts im Haus außer einem kleinen Krug Öl.« 3Er sprach: »Geh und erbitte Gefäße, draußen von allen, die um dich herum wohnen, leere Gefäße, aber nicht zu wenige! 4Dann komm, schließ die Tür hinter dir und deinen Kindern zu und gieße in alle diese Gefäße ein. Die gefüllten stelle auf die Seite!« 5Da ging sie von ihm weg, schloss die Tür hinter sich und ihren Kindern zu. Diese reichten sie ihr herüber, und sie goss ein. 6Als schon alle Gefäße gefüllt waren, sagte sie zu ihrem Kind: »Reiche mir noch ein Gefäß herüber!« Aber es sagte zu ihr: »Wir haben kein Gefäß mehr!« Da versiegte das Öl. 7Daraufhin ging sie und erzählte es dem Gottesmann. Dieser sagte: »Geh und verkauf das Öl, damit du deine Schulden begleichen kannst. Und vom Übrigen wirst du mit deinen Kindern überleben können!«
8Eines Tages kam Elischa nach Schunem. Dort lebte eine angesehene und reiche Frau. Sie lud Elischa ein, bei ihr zu essen. Seitdem war es so: Immer, wenn er vorbeikam, kehrte er dort ein, um zu essen. 9Deshalb sprach sie zu ihrem Mann: »Sieh doch, ich weiß genau, dass der, der ständig bei uns vorbeikommt, ein °heiliger Gottesmann ist. 10Lass uns doch für ihn ein kleines, gemauertes Zimmer im oberen Stockwerk machen und ihm dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter hineinstellen. Immer, wenn er in Zukunft kommen wird, kann er dort einkehren.«
11Als er nun eines Tages wieder dorthin kam, kehrte er in diesem Zimmer ein, legte sich dort hin 12und sprach zu Gehasi, seinem Begleiter: »Ruf diese Schunemitin!« Er rief sie, und sie trat vor ihn. 13Da sagte er zu ihm: »Sag doch zu ihr: Du hast dich für uns in all diese Mühen gestürzt! Was können wir für dich tun? Sollen wir für dich mit jemandem reden – mit dem König oder einem Heereskommandeur?« Sie sagte daraufhin: »Ich wohne mitten unter meinem °Volk14Da sagte Elischa: »Was also können wir für sie tun?« Gehasi sprach daraufhin: »Nun: Sie hat kein Kind, und ihr Mann ist schon alt.« 15Daraufhin sagte er: »Ruf sie!« Er rief sie, und sie trat an den Eingang. 16Elischa sprach: »Nach der üblichen Frist in der Leben spendenden Zeit wirst du ein Kind im Arm halten!« Sie aber sprach: »Sehr verehrter Herr, nein! Gottesmann, lüge mich, deine Anhängerin, nicht an!« 17Doch die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn nach der üblichen Frist in der Leben spendenden Zeit, wie Elischa zu ihr geredet hatte.
18Als das Kind groß geworden war, ging es eines Tages zu seinem Vater und zu denen, die in der Ernte arbeiteten, hinaus. 19Und es sagte zum Vater: »Mein Kopf, mein Kopf!« Da sprach der Vater zu einem der Arbeiter: »Trag es zu seiner Mutter!« 20Dieser hob es hoch und brachte es zu seiner Mutter. Bis zum Mittag lag es auf ihren Knien. Dann starb es. 21Sie aber stieg hinauf und legte es auf das Bett des Gottesmannes, schloss hinter ihm zu und ging hinaus. 22Sie rief ihren Mann und sagte: »Schick mir einen der Arbeiter und eine der Eselinnen; ich will zum Gottesmann eilen und schnell wiederkommen!« 23Er aber sagte: »Warum willst du heute zu ihm gehen? Es ist doch kein Neumond und auch kein Sabbat!« Sie jedoch sagte: »°Leb wohl!« 24Dann sattelte sie die Eselin und sagte zu ihrem Begleiter: »Treib das Tier an! Los! Halte mich nicht beim Reiten auf, es sei denn, ich sage es dir!« 25So ging sie und kam zum Gottesmann auf den Berg Karmel. Als der Gottesmann sie von ferne sah, sagte er zu Gehasi, seinem Begleiter: »Sieh dort, die Schunemitin!