z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Königinnen und Könige: Erstes Buch

Kapitel 3

17Und die eine der Frauen sagte: »Bitte, mein Herr, ich und diese Frau wohnen in einem Hause zusammen. Und ich habe in ihrer Gegenwart ein Kind im Haus bekommen 18und drei Tage, nachdem ich entbunden hatte, gebar auch diese Frau ein Kind. Und wir waren beieinander, niemand sonst war im Haus, nur wir zwei waren da. 19Und der Sohn dieser Frau starb eines Nachts, da sie auf ihm gelegen hatte. 20Da stand sie mitten in der Nacht auf und nahm meinen Sohn, während deine Untergebene schlief, von mir weg und legte ihn an ihre Brust. Ihren toten Sohn aber legte sie an meine Brust. 21Und als ich am Morgen aufstand, um meinen Sohn zu stillen, da war er tot. Doch ich betrachtete ihn genau am Morgen und merkte, dass dies nicht mein Sohn war, den ich geboren hatte.« 22Und die andere Frau sagte: »Nein, mein Sohn lebt und deiner ist tot.« Und jene sagte: »Nein, dein Sohn ist tot und mein Sohn lebt.« So stritten sie sich vor dem König. 23Da sagte der König: »Diese sagt: ›Dies ist mein Sohn, er lebt, dein Sohn ist tot!‹ Und jene sagt: ›Nein, dein Sohn ist tot und mein Sohn lebt!‹« 24Und der König fuhr fort: »Bringt mir ein Schwert!« Und sie brachten das Schwert vor den König. 25Da sagte der König: »Zerschneidet das lebende Kind in zwei Teile und gebt die eine Hälfte der einen und die andere Hälfte der anderen!« 26Die Frau aber, deren Sohn lebte, sagte zum König, da sich wegen ihres Sohnes ihre Eingeweide zusammenzogen: »Bitte, mein Herr, gebt ihr doch das lebende Kind, tötet es nur nicht!« Jene aber sagte: »Es soll weder mir noch dir gehören, zerschneidet es!« 27Und der König antwortete und sagte: »Gebt ihr das lebende Kind und tötet es nur nicht, sie ist seine Mutter!« 28Und ganz Israel hörte das Urteil, das der König gefällt hatte. Und sie empfanden große Achtung vor dem König, sie sahen, dass die Weisheit der Gottheit in ihm war, °Recht zu sprechen.