z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

An Timotheus: Erster Brief

Kapitel 5

1Einen älteren Mann sollst du nicht grob anfahren, sondern ihn wie einen Vater ansprechen, jüngere Männer wie Brüder. 2Ältere Frauen behandle wie Mütter, jüngere Frauen wie Schwestern ohne alle Hintergedanken.
3Als von der Gemeinde besoldete Witwen sollst du nur wirkliche Witwen anerkennen. 4Witwen hingegen, die Kinder oder Enkel haben, sollen zuerst einmal lernen, ihrer eigenen Familie die gehörige Achtung zu erweisen, das heißt, durch das Aufziehen der Nachkommen ihren Vorfahrinnen und Vorfahren zurückzuerstatten, was sie ihnen schuldig sind.(824) So will es Gott. 5Nur die wirkliche Witwe – damit ist eine Frau gemeint, die völlig allein dasteht – hofft ausschließlich auf Gott und richtet sich Tag und Nacht ganz auf das Gebet aus. 6Im Gegensatz dazu steht eine, die im Luxus schwelgt: Sie ist lebendig tot! 7Auch das musst du ihnen einschärfen, damit sie ohne Fehl und Tadel sind. 8Wenn eine für die Ihrigen und besonders für die Angehörigen in ihrem Haus nicht sorgt, hat sie den °Glauben verleugnet und ist schlimmer als eine Ungläubige! 9Als offizielle Gemeindewitwe soll eine Frau nur zugelassen werden, wenn sie mindestens 60 Jahre alt ist und ihrem einen Mann, mit dem sie verheiratet war, treu gewesen ist. 10Voraussetzung ist auch das öffentliche Zeugnis, dass sie gute Verdienste hat: Hat sie sich der Pflege ihrer Kinder gewidmet, Fremde beherbergt, °heiligen Missionaren die Füße gewaschen und Notleidenden Unterstützung gewährt? Bedingung ist also, dass sie jede Möglichkeit genutzt hat, Gutes zu tun. 11Junge Frauen sollst du als Gemeindewitwen grundsätzlich ablehnen. Denn diese begehren in ihrem jugendlichen Feuer regelmäßig gegen die ausschließliche Bindung an den °Christos auf und wollen dann heiraten, 12wodurch sie sich das Urteil zuziehen, dass sie ihr erstes °Treueversprechen gebrochen haben. 13Außerdem lernen sie zwar angeblich, während sie in den Häusern umherlaufen, aber das bringt doch keinerlei Nutzen! Mehr noch, sie sind nicht nur nutzlos, sondern verbreiten Geschwätz, mischen sich frech in Bereiche ein, die ihnen nicht zustehen, und lehren Dinge, die sich nicht gehören. 14Deshalb will ich, dass die jungen Frauen heiraten, Kinder gebären, über das Haus gebieten und somit dem Widersacher keinerlei Angriffspunkt aufgrund schlimmen Geredes bieten. 15Schon jetzt sind nämlich einige vom Glauben abgefallen und haben sich ins Gefolge °Satans eingereiht. 16Wenn aber eine °rechtgläubige Frau Witwen in ihrem Haus hat, soll sie ihnen Unterhalt gewähren, und die Gemeinde soll nicht damit belastet werden, damit sie die wirklichen Witwen unterhalten kann.

17Den Ältesten, die ihr Leitungsamt gut ausfüllen, soll doppeltes Honorar zustehen, besonders denjenigen, die sich in Predigt und Lehre abmühen. 18Denn die Schrift sagt: Einem Rind sollst du, wenn es drischt, das Maul nicht zubinden; und: Denen, die arbeiten, steht auch ihr Lohn zu. 19Gegen einen Ältesten sollst du keine Anklage annehmen, außer aufgrund von zwei oder drei Zeugenaussagen. 20Diejenigen, die °Verfehlungen begehen, weise öffentlich vor allen zurecht, damit auch die anderen abgeschreckt werden. 21Ich beschwöre dich im Angesicht Gottes und des °Christos Jesus und der erwählten °Engel: Befolge dies unparteiisch, erteile keine Vergünstigungen. 22Lege niemandem zu schnell die Hände auf und lass dich nicht zum Teilhaber fremder °Vergehen machen; lass dir selbst nichts zuschulden kommen. 23Trink nicht mehr nur Wasser, sondern nimm ein wenig Wein wegen deines Magens und deiner häufigen Krankheiten.
24Bei manchen Menschen liegen die °Verfehlungen offen zu Tage, sie laufen sozusagen vor ihnen her ins Gericht, bei anderen aber laufen sie hinterher. 25Genauso liegen auch die guten Taten offen zu Tage, und soweit es sich jetzt noch anders verhält, können sie doch am Ende nicht verborgen bleiben.