z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit Samuels: Erstes Buch

Kapitel 26

1Nun kamen die Leute von Sif zu Saul nach Gibea und sagten: »David verbirgt sich doch tatsächlich in Gibea Hachila gegenüber dem Ödland!« 2Da machte sich Saul auf und zog zur Wüste von Sif hinab, und mit ihm 3.000 Mann, die militärische Elite Israels, um David in der Wüste von Sif zu suchen. 3So lagerte Saul in Gibea Hachila, das gegenüber dem Ödland am Weg liegt. David aber lag in der Wüste und er sah, dass Saul hinter ihm her zur Wüste gekommen war. 4Da schickte David Kundschafter aus; so erfuhr er zuverlässig, dass Saul gekommen war. 5Dann machte sich David auf und kam zu der Stelle, wo Saul lagerte. Und David sah die Stelle, wo Saul sich hingelegt hatte sowie Abner, der Sohn Ners, sein Heerführer. Saul lag in der Wagenburg, und die Leute lagerten um ihn herum. 6Da hob David an und sagte zu dem Hetiter Ahimelech und zu Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: »Wer steigt mit mir hinab zu Saul ins Lager?« Da sagte Abischai: »Ich, ich steige mit dir hinab.« 7So kamen David und Abischai des Nachts zu der °Truppe, und tatsächlich lag Saul schlafend in der Wagenburg, und sein Speer war an seinem Kopfende in die Erde hineingestoßen. Abner aber und die Leute lagen um ihn herum. 8Da sagte Abischai zu David: »Gott hat heute deinen Feind in deine Hand ausgeliefert. Nun will ich ihn mit dem Speer mit einem einzigen Stoß gleich bis in die Erde durchbohren, ein zweites Mal brauche ich nicht für ihn.« 9Doch David sagte zu Abischai: »Bring ihn nicht um! Denn wer richtete seine Hand gegen den °Gesalbten des Heiligen und bliebe straflos?« 10Und David sagte: »So wahr der Heilige lebt: Entweder schlägt der Heilige ihn oder sein Tag kommt und er stirbt oder er zieht in den Krieg und kommt um. 11Da sei der Heilige vor, dass ich meine Hand gegen den Gesalbten des Heiligen richte. Nimm nun doch den Speer, der an seinem Kopfende ist, und den Wasserkrug, dann wollen wir uns davonmachen.« 12So nahm David den Speer und den Wasserkrug vom Kopfende Sauls, und sie machten sich davon. Und niemand sah es, niemand bemerkte es, niemand wachte auf. Sie schliefen nämlich alle, weil der Tiefschlaf des Heiligen auf sie gefallen war. 13Nun ging David auf die gegenüberliegende Seite hinüber und stellte sich fern genug auf die Spitze des Berges; weit war der Raum zwischen ihnen. 14Und David rief den Leuten und Abner, dem Sohn Ners, zu: »Willst du nicht antworten, Abner?« Da antwortete Abner und sagte: »Wer bist du, der du den König rufst?« 15Und David sagte zu Abner: »Bist du kein Mann? Wer ist wie du in Israel? Und warum hast du nicht auf deinen Herrn, den König, aufgepasst? Denn es ist einer von den Leuten gekommen, um den König, deinen Herrn, umzubringen. 16Was du da gemacht hast, ist nicht gut. So wahr der Heilige lebt: Ihr seid des Todes, die ihr nicht auf euern Herrn, den Gesalbten des Heiligen, aufgepasst habt. Und nun schau, wo der Speer des Königs ist und der Wasserkrug, die an seinem Kopfende waren!« 17Da erkannte Saul die Stimme Davids. Und er sagte: »Ist das deine Stimme, mein Sohn David?« Da sagte David: »Ja, es ist meine Stimme, mein Herr und König!« 18Und er sagte: »Warum nur jagt mein Herr hinter seinem °Getreuen her? Denn was habe ich getan? Und was findet sich Böses in meiner Hand? 19Und nun möge doch mein Herr, der König, auf die Worte seines Getreuen hören! Wenn der Heilige dich gegen mich aufgereizt hat, dann möge er eine °Opfergabe riechen; sind es aber Menschen, dann seien sie verflucht vor dem Heiligen! Denn sie haben mich heute davon vertrieben, am Erbteil des Heiligen teilzuhaben, indem sie sprachen: Geh, diene anderen Göttern! 20Doch nun soll mein Blut nicht fern vom Angesicht des Heiligen zur Erde fließen. Denn der König Israels ist ausgezogen, einen einzelnen Floh zu suchen, wie man das Rebhuhn jagt in den Bergen.« 21Da sagte Saul: »Ich habe mich °vergangen. Komm zurück, mein Sohn David! Denn ich will dir nichts Böses mehr antun dafür, dass dir heute mein Leben so kostbar war. Ja, ich habe töricht gehandelt und einen sehr schweren Fehler gemacht.« 22Und David antwortete und sagte: »Schau her, der Königsspeer! Einer von den Leuten soll herüberkommen und ihn holen. 23Der Heilige °vergilt jedem seine °Gerechtigkeit und seine °Treue. Der Heilige hat dich mir heute in die Hand gegeben, aber ich wollte meine Hand nicht gegen den Gesalbten des Heiligen richten. 24Und sieh, wie viel heute dein Leben in meinen Augen bedeutet hat, so viel soll mein Leben in den Augen des Heiligen bedeuten, und er rette mich aus aller Schwierigkeit.« 25Da sagte Saul zu David: »Gesegnet seist du, mein Sohn David! Was immer du tust, es wird dir auch bestimmt gelingen.« So ging David seines Weges, Saul aber kehrte an seinen Ort zurück.