Am 30. September 2019 wäre Dorothee Sölle 90 Jahre alt geworden. Die Mitwirkenden an der ‚Bibel in gerechter Sprache‘ gedenken ihrer in Dankbarkeit. In den Jahren der Entstehung der Übersetzung hat uns Dorothee Sölle als solidarische Mitdenkerin begleitet, auch wenn sie deren Erscheinen nicht mehr erlebte. Ihr Werk gehört für uns zur systematisch-theologischen Grundlegung, die Dimensionen der biblischen Gerechtigkeit zu lernen und zu lehren. Ihre zahlreichen Bücher, Vorträge und besonders auch ihre gemeinsam mit Luise Schottroff beim Deutschen Evangelischen Kirchentag vorgetragenen Bibelarbeiten haben den Weg zu einer feministischen Befreiungstheologie gebahnt, die den christlichen Antijudaismus überwinden will. Dabei hat sie uns gelehrt und ermutigt, von Gott, der Lebendigen, wie sie die Bibel bezeugt, mit Berufung auf Martin Buber neu zu denken und zu reden, die patriarchalischen Gottesbilder zu überwinden: „Wir brauchen Gott nur, wenn wir auch wissen, wie sehr uns Gott braucht … Die Liebe selbst will die Gegenseitigkeit“ (Gott denken, 1990, 240). Das Andenken Dorothee Sölles sei gesegnet!